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15.02.2019

Henri Leconte zeigt sich zuversichtlich, dass die guten Zeiten für Roger Federer wiederkommen werden. Leconte hat ein gutes Verhältnis zu dem Schweizer, Henri interviewte Rogere mehrere Male und erst im Januar 2019 waren sie zusammen auf einem Credit Suisse Event in Melbourne. "Er ist James Bond für mich", so Leconte.
"Er ist einzigartig, und fähig permanent sein Spiel anzupassen. Er spielt sogar Ping Pong, sollte das notwendig sein.
Und gegen junge Spieler wie etwa Tsitsipas muss er wieder seine Taktik und Strategie ändern. Zwei Sätze zu gewinnen ist leicht für Roger, fünf Sätze sehr viel komplizierter. Er wird noch aggresiver spielen müssen - und er wird es versuchen." Wird Federer willens sein, sein Spiel wieder zu ändern? "Ja selbstverständlich. Man kann sich nicht vorstellen, wie viel Arbeit notwedig ist um auf dem Level von Roger - in diesem Alter - zu sein" so Leconte. Der Franzose weiter über Rogers Entscheidung, 2019 die French Open zu spielen: "Es wird auch für Roger hart werden. Auf der anderen Seite kann es ihm helfen noch stärker zu werden. Bist du gut auf Sand spielst du auch besser auf den anderen Belägen.

Ich mache mir nie Sorgen um James Bond. Er findet immer eine Lösung für den Kill."

#AustralianOpen #HenriLeconte #JohnMcEnroe #ToddWoodbridge



Henri Leconte: #RogerFederer #Wimbledon #2018



#Tennis #VideoGame #Fun #Entertainment



04.07.2018

#Wimbledon #London #Scotland #Gleneagles #Murray

Leconte, Gewinner des French Open Junioren Titels 1981, bekam vier Jahre später Wimbledons Aufmerksamkeit, als ihn ein glanzvoller Sieg über die damalige Nummer 2 Ivan Lendl ins Viertelfinale katapultierte. Er allerdings ist der Meinung, dass es ein früheres Match war, welches ihn auf der Erbeerbühne beliebt machte.


"Das war das erste Mal auf dem Centre Court, mein Tag. Ich wollte irgendetwas für das Publikum tun, dass es sich an mich erinnern würde. Ich spielte gut und dann landete dieser schöne weiße Schmetterling bei meinen Füßen, gerade als ich aufschlagen wollte. Manche Spieler hätten ihn weggefegt, der Eine oder Andere wäre wohl sogar auf ihn getreten - raten Sie selbst, wer das hätte sein können! Ich aber nahm den Schmetterling und er hüpfte auf meinen Schläger. Also ging ich mit ihm an den Rand des Platzes und er flog ins Publikum. Die Leute, sie drehten durch. Von dem Tag an hatte ich ein gutes Verhältnis zu Wimbledon, ein fantastisches. Und das ist noch immer so."


Es war eine andere Ära, eine, in der schmissige Boulevardzeitungen zeigten, wie wichtig ihnen der Tennissport wurde indem sie "Top of the Bots"-Umfragen machten. Gabriela Sabatini wurde ihre Nummer 1 der Damen und der männliche Titelträger Henri Leconte ging eine Zeit lang mit der düsteren Argentinierin aus.

 
Bis zum Jahr 1986, als Leconte das Viertelfinale und damit seine beste Leistung in SW19 erzielte, hatte er einen stattlichen und auch handfesten Fanclub beisammen. "Nun, wissen Sie, es war eine körperliche Erfahrung in und aus den Clubs zu kommen" lacht er. "Wenn man bekannt ist und nicht ganz schlecht aussieht muß man vorsichtig sein. Ich hatte Glück mit dem, was aus mir geworden ist: Meine Mutter hat hervorragende Arbeit geleistet! Als Kind hatte ich zwei Träume. Der erste war, Tennisspieler zu werden. Der zweite war wie James Bond auszusehen. Ich hoffe immer noch, das der zweite Traum auch in Erfüllung geht obwohl das wahrscheinlich jetzt nicht mehr möglich ist."

 

Es war nicht nur sein Hinterteil was denen beim All England Club an ihm gefiel, einige schätzten auch sein Schlagspiel. Leconte wird regelmässig als einer der besten und stilvollsten Spieler genannt, die nie Wimbledon gewinnen konnten, womöglich als dritter in der Liste hinter Ilie Nastase und - ganz an der Spitze - Ken Rosewall.

Es gefällt ihm, wenn er für seine feineren Punkte im Spiel geschätzt wird, da er Tennis als Kunst begreift. "Ich schlage Bälle, die nicht mal ich selber verstehe" sagte er einmal. Heute hat er eine andere Erklärung für seine Ästhetik: "Ich bin Linkshänder und deshalb musste ich immer blitzschnell reagieren. Manchmal kam ich ans Netz und spielte dem anderen einen Ball wie eine kleine Blume. Oder eine Zitronenschale. Wenn man dieses Talent hat, kann man sich sehr glücklich schätzen."

 

Als Elite-Wettkämpfer muss sich sein Humor auf die Vor-Hawkeye-Zeit beschränken. Bei strittigen Linienrichterentscheidungen gibt er vor, blind zu sein und benutzt seinen Schläger wie einen Blindenstock. Er verfügt über das komplette Repertoire von lustigen Arten zu gehen, Tiergeräuschen, Spielerimitationen und weiß, die anderen aufzuziehen. Und natürlich hofft er, dass die Gags und Schläge beim Publikum gut ankommen.


Er hat in Gleneagles schon Mal gespielt, auf Einladung von Judy Murray bei einem Wohltätigkeitsvent. Leconte bewundert Schottlands Grande Dame des Tennis und ihren supertalentierten Nachkommen, hoffend, dass Andy Murray seine Verletzungen überwinden und auf den Platz zurückkehren kann. "Er ist ein fantastischer Spieler und es ist traurig für Schottland, dass er gerade so zu kämpfen hat. Ich hoffe wirklich, dass er in Wimbledon spielen kann, allerdings sieht es nicht so gut aus. Ich möchte nicht, dass er jetzt aufhört aber manche Dinge kann man halt nicht kontrollieren. Manchmal mutet man seinem Körper zu viel zu - nach drei Rückenoperationen weiß ich das - und irgendwann sagt er dann: Genug, fini."

 

08.06.2018

#RolandGarros #französischeSpieler #HenriLeconte

Diesen Donnerstag starteten die Viertelfinale in Roland Garros, ohne französische Spieler. Montag wurde die letzte verbleibende Vertreterin der Tricolor, Caroline Garcia, von Angelique Kerber weggefegt. Zwei kurze Sätze und dann war es vorbei. Auf Seite der Männer endete es schon am Samstag mit dem Ausscheiden von Gaël Monfils, Lucas Puglia, Richard Gasquet und Pierre-Hugues Herbert. Die schlechteste Leistung seit acht Jahren, was den ehemaligen Finalisten Henri Leconte besonders ärgert. 

 

„Jeder muss jetzt aufwachen“ mahnt der Eurosport-Berater in den Pariser Zeitungen. Sie sind alle auf einer sich lautlos bewegenden Walzstrasse. Die Ergebnisse der Franzosen im Juniorenbereich sind zwar mehr als beachtlich, aber wo es wirklich zählt, ist bei den Profis. „Wir haben gute Spieler in den Top 15, 20. Aber nicht in den Top 10 oder 5. Wir haben keine mehr! Ich bin der einzige, der diese Diskussion jetzt anstösst. Ich traue mich, bestimmte Dinge auszusprechen. Schon bei den Australian Open sind die Franzosen sehr früh ausgeschieden. Das letzte Finale mit französischer Beteiligung war in 2013 bei den Frauen und 2008 bei den Männern.

Raus aus dem Kokon.

Einer der Gründe, die der Davis Cup Gewinner von 1991 anspricht, ist das mentale Problem. „Schaut auf Thiem, Zverev – die machen drei Spiele in fünf Sätzen. Jungs, die sind da! Sie kämpfen. Die französischen Spieler müssen härter werden, und sie müssen raus aus ihrer kleinen Komfortzone. Ich hatte das auch in meiner Karriere.“ Henri Leconte schlägt dem Verband vor, „eine neue Einheit“ zu installieren um herauszufinden, was anderswo unternommen wird um aus „unserem Kokon“ herauszukommen und die „Probleme“ zu beseitigen. „Aber lasst uns aufhören, hier stehenzubleiben. Serbien, Russland, Spanien, Deutschland und England arbeiten die ganze Zeit, um besser zu werden und versuchen, neue Dinge zu tun. Sie suchen nach dem zusätzlichen Kniff ... Es muss kein riesen Problem der nächsten Jahre sein“, so Henri weiter. 

In der Zwischenzeit wird sich das französische Publikum an den Doppelspielern erfreuen können, eine echte Spezialität der Tricolore: Drei der französischen Spielerpaare sind im Männer-Doppel-Viertelfinale vertreten.

 

06.06.2018

#FrenchOpen #HenriLeconte #30 #dasfinale

30 Jahre Wilander Leconte

Seit nunmehr 30 Jahren ist es keinem französischen Spieler mehr gelungen, das Finale von Roland Garros zu erreichen. Es war der 5. Juni 1988, als Henri Leconte den Schweden Mats Wilander herausforderte. Die Darsteller dieses historischen Ereignisses - beide nun Berater bei Eurosport - reisen im folgenden Interview zurück in die Zeit

Am 5. Juni 1988 spielten Sie beide im Finale von Roland Garros (der Schwede siegte 7/5, 6/2, 6/1). Erinnern Sie sich?

 

Mats Wilander: Selbstverständlich. Fünf Jahre zuvor hatte ich es schon mit einem Franzosen um den Titel in Paris zu tun, Yannick Noah. Ich verlor! Auch wußte ich, was für ein guter Spieler Henri sein konnte und erwartete ein enges Match. Der erste Satz war entscheidend.

 

Henri Leconte: Das ist exakt so ein Spiel bei dem man sich wünscht, es zu vergessen, es aber nicht vergessen kann. Es ist eine schlimme Erinnerung für mich. Aber trotz allem ist da die Genungtuung, ein Grand Slam Finale zu Hause erreicht zu haben - das ist besser als nichts ...

 

Wie erklären Sie sich, dass es seit dem kein französischer Spieler mehr ins Finale von Roland Garros geschafft hat?

 

 

MW. Das ist nicht unbedingt überraschend. Der Druck für die Franzosen in Paris ist riesig und wir sehen ein ähnliches Phänomen in Melbourne mit den Australiern, New York mit Amerikanern und sogar in Wimbledon für die Engländer ... zumindest bis Andy Murray gewonnen hat. Aber, er ist erst Schotte und dann Brite und ich denke, das könnte eine Rolle gespielt haben.

 

HL: Die Generation Tsonga, Gasquet usw. ist außergewöhnlich. Aber in Frankreich denke ich, arbeiten wir zu wenig auf der emotionalen Ebene. Selbstverständlich gibt es den Druck, in Paris zu spielen. Aber das kann auch positiv sein. Als ich im Davis Cup Finale 1991 gegen Pete Sampras spielte, ich war irgendwo über Platz 150 in der Weltrangliste und hatte noch mit einem kaputten Rücken zu kämpfen. Natürlich gibt es da Druck und man muss bei solchen Spielen in seiner "Komfortzone" sein.

 

 

Henri, trotz der schönen Reise ins Finale von 1988 erinnern sich viele nur an die etwas heikle Rede von Ihnen ...

 

HL: Ich habe übertrieben, stimmt genau! Das ist der Beweis, dass man sehr vorsichtig sein muss was man sagt, oder nicht sagen kann. Das gilt heute in Zeiten von sozialen Netzwerken noch viel mehr.

 

 

MW: Ich kann mich noch an die Reaktion des Publikums erinnern, verstand aber nicht wirklich, weshalb sie Henri so anzischten. Aber die Leute müssen auch verstehen, wie unglaublich schwierig es ist, nach einem verlorenen Grand Slam Finale eine Rede zu halten, die Enttäuschung ist riesig.

 

Wie haben Sie die Monate nach dem Finale verbracht?

MW: Als ich in dem Jahr die US Open gewann und die Nummer 1 wurde merkte ich, wie meine Motivation sich total veränderte, besonders beim Training. Ich denke es war danach in 1989 wirklich anders, und natürlich ohne dies als Entschuldigung anzuführen, wurde bei meinem Vater Krebs diagnostiziert, er starb im darauffolgenden Jahr. Er war sehr wichtig für mich, seine Krankheit und sein Tod waren ein echter Test. Wenn man die meisten seiner Ziele erreicht hat ist es schwierig, sich zu motivieren. Wir sehen das bei Djokovic seit er Roland Garros gewonnen hat ...

 

HL: Es war danach sehr kompliziert. Das folgende Jahr war schrecklich, besonders nachdem ich mich so unschön geäussert hatte. Wahrscheinlich war ich zu der Zeit auch schlecht vorbereitet und schlecht organisiert, aber so ist es halt, und dadurch wächst man auch. Bis 1991, und bis zu diesem Finale des Davis Cup das wir gewonnen haben, nach 59 Jahren des Mangels für Frankreich, zum Preis einer aussergewöhnlichen Dramaturgie und in einer ganz bestimmten Atmosphäre, fühlte ich mich nicht gut.

Überdies gelang es mir 1992, ein exzellentes Roland Garros zu spielen bis ich im Halbfinale vom Tschechen Petr Korda gestoppt wurde. Da war die Verbindung zum Publikum sehr stark.

01.06.2018

#FrenchOpen #HenriLeconte #30 #aufdemweginsfinale

Leconte, 30 Jahre danach: Auf dem Weg ins Finale

Dies ist die Geschichte des letzten Französischen Spielers, der das Finale von Roland Garros erreichte. Zwar spielten die Tricolors seitdem in den Finali von Wimbledon, US Open oder den Australien Open - doch nie mehr erreichten sie den letzten Sonntag in Paris.
 
Dreißig Jahre später betrachtet Henri Leconte sein Match gegen Boris Becker immer noch als eines der erfolgreichsten seiner Karriere. Er war immer noch im Turnier und wollte nicht rausfliegen. Das war seine Angst.
 
Nachdem der Fall Becker geklärt war, geriet Henri in Panik. "Ich dachte überhaupt nicht an das nächste Spiel, nachdem ich Becker geschlagen hatte. Im Gegenteil, ich war sehr besorgt" gibt er zu. "Ich hatte Angst, denn ich wußte, ich muss Leistung bringen."
 
Und Leistung abzuliefern, das war immer sein größtes Problem. Er konnte groß sein, wie ein McEnroe. Ein Charmeur, ein echter Shooting Star wie nur wenige. Aber Stetigkeit war nicht immer seine Stärke.
 
"Andrei in drei Sätzen nach Becker zu schlagen war hart für mich."
Drei Jahre zuvor, nach seinem Fünfsatzsieg gegen Yannick Noah, wurde er im Viertelfinale vom späteren Turniersieger Mats Wilander gestoppt. Glück für ihn, dass (noch) nicht Mats Wilander auf ihn im Feld der der letzten Vier wartete, sondern Andrei Chesnokov ...